Ein Schulstandort, zwei Kommunen
Landau in der Pfalz ist kreisfreie Stadt in der Südpfalz und hat rund 48.300 Einwohner. Im September hat die Stadt den Erweiterungsbau der Grundschule Dammheim eingeweiht [1]. Die Schule im Landauer Stadtdorf besuchen Kinder aus Dammheim und aus der benachbarten Ortsgemeinde Bornheim, die zur Verbandsgemeinde Offenbach an der Queich gehört [1]. Im laufenden Schuljahr sind es 115 Kinder, davon 55 aus Dammheim und 60 aus der Nachbargemeinde [1].
Auf rund 391 Quadratmetern zusätzlicher Innenfläche hat das städtische Gebäudemanagement (GML) einen Mehrzweckraum, einen Speiseraum, zwei Betreuungsräume, ein Klassenzimmer sowie Flur- und Nebenflächen geschaffen [1]. Damit ist die Schule dauerhaft für zwei Klassen pro Jahrgang ausgelegt, mit insgesamt acht Klassen und bis zu 141 Kindern [1]. Nach dem ersten Anbau 2019 ist es bereits die zweite Erweiterung [1].
Kosten nach Schülerzahl geteilt
Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 1,85 Mio. € [1]. Das Land Rheinland-Pfalz fördert das Vorhaben über die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) mit 910.000 € [1], also mit knapp der Hälfte der Summe.
Für die Kostenaufteilung der zweiten Erweiterung haben Stadt und Verbandsgemeinde schon 2022 eine klare Regel vereinbart [1]. Grundlage war eine Schülerzahl von 126 Kindern, 81 aus der Nachbargemeinde und 45 aus Dammheim. Daraus ergibt sich eine Kostenbeteiligung von 64 % für die Verbandsgemeinde und 36 % für die Stadt Landau [1]. Die Offenbacher Beigeordnete Pia Werling nennt die Schule ein Beispiel dafür, „wie interkommunale Zusammenarbeit ganz konkret funktionieren kann“ [1].
Auch die Energietechnik ist mitfinanziert. Elf bis zu 95 Meter tiefe Erdsonden decken rund 98 % des Wärmebedarfs der gesamten Schule; die Heizungsanlage wurde aus KIPKI-Mitteln der Klimastabsstelle der Stadt bezahlt [1]. Eine Photovoltaikanlage soll künftig rund 50.000 Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugen, bei einem prognostizierten Bedarf von rund 35.000 Kilowattstunden. Bilanziell entspricht die Schule damit einem Null-Energie-Gebäude [1]. Dazu kommen ein Holzbau und 461 Quadratmeter Gründach [1].
Schulbau als fester Posten im Nachtrag
Der Anbau steht in einem Haushalt, der unter erheblichem Druck steht: Der Entwurf des 2. Nachtragshaushalts 2026 rechnet mit einem Jahresergebnis von rund −33 Mio. €, vor allem wegen geringerer Gewerbesteuer [2]. Investiert wird trotzdem: Für Kernhaushalt und Gebäudemanagement zusammen sieht der Entwurf rund 41,3 Mio. € vor [4]. Auf Bildung und Schulen entfallen rund 3,76 Mio. €, darunter 300.000 € für die zweite Erweiterung in Dammheim und 1,8 Mio. € für die Sanierung der Grundschule Nußdorf [4]. Oberbürgermeister Dominik Geißler fasst das so zusammen: „Wir investieren weiter in die Zukunft unserer Stadt – in Schulen und Kitas, Straßen, Wohnraum, Wirtschaft und Sicherheit.“ [2]
Eine Entlastung kommt aus dem Sofortprogramm „Handlungsstarke Kommune“ des Landes: Landau erhält 2025 und 2026 jeweils rund 2,5 Mio. € zusätzlich [2]. Die amtliche Statistik weist für Landau zum 31.12.2025 Schulden im Kernhaushalt von 1.174 € je Einwohner aus, davon 166 € Kassenkredite [3].
Was andere Kommunen mitnehmen können
- Kostenschlüssel früh festschreiben. Stadt und Verbandsgemeinde haben die Aufteilung bereits 2022 nach einer festen Schülerzahl vereinbart. Damit steht für beide Haushalte frühzeitig fest, welcher Anteil auf sie entfällt.
- Förderwege bündeln. Die Schulbauförderung über die ADD trägt knapp die Hälfte des Baus, Klimaschutzmittel aus KIPKI die Heizung. Wer Gebäude und Technik getrennt betrachtet, erschließt mehrere Töpfe für ein Projekt.
- Bestand erweitern statt neu bauen. Ein Anbau an einen bewährten Standort sichert die Zweizügigkeit, hält die Wege für die Kinder kurz und bringt zugleich den gesamten Standort energetisch voran.
Wie Ihre Kommune bei Schulden und Kassenkrediten im Vergleich steht, zeigt unsere Analyse Wer kippt 2027?. Alle Werte für Landau in der Pfalz stehen im Gemeindeprofil.
Quellen
- Mehr Raum zum Lernen, Leben und Großwerden: Erweiterungsbau der Grundschule Dammheim eingeweiht – Stadt Landau in der Pfalz, Pressemitteilung – 21.09.2026
- Finanzielle Lage bleibt angespannt: Stadt Landau legt Nachtragshaushaltsentwurf für 2026 vor – Stadt Landau in der Pfalz, Pressemitteilung – 01.09.2026
- Statistische Ämter des Bundes und der Länder – Regionaldatenbank (Schulden 31.12.2025, Realsteuer-Hebesätze 2024), Datenlizenz Deutschland – Namensnennung 2.0
- Präsentation 2. Nachtragshaushalt 2026 – Stadt Landau in der Pfalz, Finanzverwaltung und Wirtschaftsförderung – Entwurf, ausgelegt ab 01.09.2026
Landau in der Pfalz im Vergleich: Hebesätze, Schulden und Haushaltslage im Gemeindeprofil Landau in der Pfalz →