Ein Haushalt für Schulen und Infrastruktur
Garbsen in der Region Hannover hat rund 60.000 Einwohner und ein umfangreiches Bauprogramm. Der Rat hat im Dezember 2025 den Haushaltsplan 2026 beschlossen [1]. Für 2026 sind Investitionen von rund 79,2 Mio. € vorgesehen, mit Schwerpunkt auf Schulen und Kindertagesstätten, Feuerwehr und Straßenbau [1]. Im Finanzplanungszeitraum 2025 bis 2028 summieren sich die Investitionen auf rund 279,7 Mio. € [2].
Die größten Vorhaben sind der Neubau der IGS Garbsen, die Erweiterung des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, der Ausbau des Johannes-Kepler-Gymnasiums und der Neubau der Feuerwehr Garbsen-Havelse [2]. Nach der Planung vom Oktober 2025 sollen bis 2028 138 Mio. € in die neue IGS fließen, dazu 42,5 Mio. € in das Geschwister-Scholl-Gymnasium und 28 Mio. € in das Johannes-Kepler-Gymnasium [3].
Die Stadt plant ordentliche Erträge von rund 163,1 Mio. € und Steuereinnahmen von rund 93,3 Mio. € [1]. Steuererhöhungen sind zur Finanzierung ausdrücklich ausgeschlossen: Der Gewerbesteuerhebesatz bleibt, die Grundsteuer bleibt im Gesamtaufkommen neutral [4].
Rücklagen aus guten Jahren tragen den Ausgleich
Für 2026 steht im beschlossenen Plan ein Jahresergebnis von −7,6 Mio. € [1]. Mit den positiven Jahresergebnissen der vergangenen Jahre hat Garbsen eine Ergebnisrücklage aufgebaut. Sie ermöglicht den fiktiven Haushaltsausgleich, wie Erster Stadtrat und Stadtkämmerer Christian Peters bei der Einbringung des Entwurfs erläuterte; dieser wies ein Defizit von rund 7,4 Mio. € aus [4].
Auch die Bestandszahlen sind solide. Die amtliche Statistik weist für Garbsen zum 31.12.2025 Schulden von 608 € je Einwohner und keine Kassenkredite aus [5]. Die Hebesätze liegen bei 510 Punkten in der Grundsteuer B und 450 Punkten in der Gewerbesteuer (Stand 2024) [5].
Vier Werkzeuge der Kämmerei
Die Investitionen finanziert Garbsen überwiegend über Kredite; der Entwurf sah dafür 62,5 Mio. € vor [4]. Zins und Tilgung belasten den Ergebnishaushalt mit 2,8 Mio. € jährlich, bis 2029 mit bis zu 3,8 Mio. € [4]. Um diese Belastung zu senken und die Mittel gezielt einzusetzen, hat die Kämmerei vier Schritte angekündigt [4]:
- Controlling aufbauen. Mit drei neuen Stellen entsteht in der Kämmerei ein Controlling für Budgetkontrolle, Soll-Ist-Analysen und Berichte bis auf Projektebene.
- Wirtschaftlichkeit vor dem Beschluss rechnen. Wirtschaftlichkeitsberechnungen werden zentral erstellt und liegen dem Rat vor Investitionsentscheidungen vergleichbar vor.
- Neue Finanzierungsformen prüfen. Schuldscheine oder Green Bonds für nachhaltige Investitionen wie den Schulbau sollen die Kreditbelastung verringern, unter Einbindung des Rates.
- Mit Generalunternehmern bauen. Den Anfang macht voraussichtlich 2026 die Ausschreibung für den Neubau der Feuerwache Garbsen/Havelse.
Zusätzlich prüft die Stadt im Auftrag des Rates einen steuerlichen Querverbund, etwa in einer Holdingstruktur [4].
Was andere Kommunen mitnehmen können
Garbsen verbindet ein großes Bauprogramm mit dem Ausbau der eigenen Steuerung. Für andere Kämmereien sind drei Punkte übertragbar: Ergebnisrücklagen aus guten Jahren schaffen Spielraum, um Investitionen in schwierigeren Jahren fortzuführen. Eine zentrale Wirtschaftlichkeitsrechnung gibt dem Rat vergleichbare Entscheidungsgrundlagen. Und der Blick auf Kapitalmarktinstrumente wie Schuldscheine eröffnet bei großen Schulbauprojekten weitere Finanzierungswege.
Wie Ihre Kommune bei Schulden und Kassenkrediten im Vergleich steht, zeigt unsere Analyse Wer kippt 2027?. Alle Werte für Garbsen stehen im Gemeindeprofil.
Quellen
- Rat beschließt Haushalt für 2026 – Stadt Garbsen – 19.12.2025
- Stadt will weiter entschlossen investieren – Stadt Garbsen – 30.10.2025
- Neuer Ratsvorsitzender gewählt und Haushaltsplan 2026 eingebracht – Garbsen City News – 30.10.2025
- Haushaltsrede des Ersten Stadtrats und Stadtkämmerers zur Einbringung des Haushaltsplans 2026 – Stadt Garbsen (PDF) – 29.10.2025
- Statistische Ämter des Bundes und der Länder – Regionaldatenbank (Schulden 31.12.2025, Realsteuer-Hebesätze 2024), Datenlizenz Deutschland – Namensnennung 2.0